







IAA TRANSPORTATION Weekly | 43/2026
Citroën, Fryte Mobility, Shell, FAW Trucks
Citroën präsentiert elektrische Neuinterpretation der Kastenente, Fryte Mobility übernimmt Routen- und Ladeplanung für E-Lkw-Ladenetz dragonize und Shell und FAW Trucks testen Tauchkühlung für Batterien in Hybrid-Lkw - das sind die Top News in Woche 43 des Jahres 2026.
Citroën präsentiert elektrische Neuinterpretation der Kastenente, Fryte Mobility übernimmt Routen- und Ladeplanung für E-Lkw-Ladenetz dragonize und Shell und FAW Trucks testen Tauchkühlung für Batterien in Hybrid-Lkw - das sind die Top News in Woche 43 des Jahres 2026.

Citroën hat in Paris das 2CV Fourgonnette Concept vorgestellt. Die vollelektrische Nutzfahrzeugstudie interpretiert die historische Citroën 2CV Fourgonnette, in Deutschland auch als „Kastenente“ bekannt, für die Anforderungen moderner Gewerbekunden neu. Im Mittelpunkt stehen ein kompakter Fahrzeugaufbau, eine einfache Bedienung und praktische Lösungen für den gewerblichen Alltag.
Gestalterisch orientiert sich das Konzeptfahrzeug an der charakteristischen Kastenform seines historischen Vorbilds und überträgt dessen funktionalen Ansatz auf einen elektrisch angetriebenen Kleintransporter. Statt einer umfangreichen technischen Ausstattung setzt Citroën auf wesentliche Funktionen, Benutzerfreundlichkeit und eine unkomplizierte Nutzung. Die Kombination aus kompakter Fahrzeugarchitektur und eigenständigem Design soll zeigen, wie leichte elektrische Nutzfahrzeuge künftig gestaltet werden könnten.
Das 2CV Fourgonnette Concept basiert konzeptionell auf dem ebenfalls in Paris vorgestellten 2CV Concept. Als mögliche Einsatzbereiche stehen insbesondere Handwerksbetriebe, städtische Lieferdienste und kleinere Gewerbeunternehmen im Fokus. Mit der Studie zeigt Citroën, wie sich die Grundidee eines einfachen, vielseitig einsetzbaren Nutzfahrzeugs auf die Elektromobilität übertragen lässt. Konkrete Angaben zu Antriebsleistung, Batteriekapazität, Reichweite oder einer möglichen Serienproduktion wurden bislang nicht genannt.

Das kooperative E-Lkw-Ladenetz dragonize des deutschen Logistikdienstleisters TST Logistik erweitert sein Angebot um eine integrierte Routen- und Ladeplanung. Dafür arbeitet das im April 2026 gestartete Netzwerk mit dem Softwareanbieter Fryte Mobility zusammen. Die Lösung ermöglicht es Speditionen, Transportaufträge, Fahrtrouten und Ladevorgänge gemeinsam zu planen sowie Ladezeitfenster an Depotladestationen verbindlich zu reservieren. Nach einer Testphase befindet sich das System inzwischen im Regelbetrieb.
Die Software von Fryte wird direkt in die bestehende Plattform dragonize DepotOS integriert. Disponenten können dadurch bereits bei der Tourenplanung geeignete Ladepunkte auswählen und für die voraussichtliche Ankunftszeit reservieren. Der gesamte Prozess – von der Routenplanung über die Reservierung und Freischaltung des Ladepunkts bis zur Abrechnung – wird digital abgebildet. Nach Angaben der Projektpartner nutzen bereits mehr als 30 Elektro-Lkw der TST-Flotte sowie weitere externe Logistikunternehmen die Plattform. Die koordinierte Ladeplanung soll Wartezeiten reduzieren und die vorhandene Ladeinfrastruktur besser auslasten.
Das von der TST Gruppe gegründete Netzwerk dragonize richtet sich insbesondere an kleine und mittelständische Speditionen. Teilnehmende Unternehmen können eigene Depotladepunkte einbringen oder die Ladeinfrastruktur anderer Mitglieder nutzen. Die technische Umsetzung erfolgt gemeinsam mit mehreren Partnern: Chargecloud stellt das Backend für den Ladebetrieb bereit, Alpitronic liefert die Ladehardware und Fryte Mobility übernimmt die Routen- und Ladeplanung einschließlich der Reservierungsfunktion. Das modular aufgebaute Angebot reicht von einzelnen Dienstleistungen bis zu Komplettlösungen für Planung, Errichtung, Betrieb und Abrechnung der Ladeinfrastruktur.

Shell Lubricants und der chinesische Nutzfahrzeughersteller FAW Trucks haben gemeinsam ein Batteriepaket mit Tauchkühlung (Immersionskühlung) entwickelt und im Konzept-Lkw Shell Starship 3.0 Hybrid getestet. Die Technologie soll das Wärmemanagement von Nutzfahrzeugbatterien verbessern und dadurch deren Leistungsfähigkeit, Energieeffizienz und Lebensdauer erhöhen. Erste Testergebnisse deuten nach Unternehmensangaben auf eine um bis zu 32 Prozent längere Batterielebensdauer und eine Verbesserung der Energieeffizienz um 0,8 Prozent hin.
Anders als bei herkömmlichen Kühlsystemen werden die Batteriezellen bei der Immersionskühlung direkt von einer elektrisch isolierenden Kühlflüssigkeit umgeben. Dadurch soll die entstehende Wärme über eine größere Oberfläche abgeführt und eine gleichmäßigere Temperaturverteilung erreicht werden. Das gemeinsam entwickelte Batteriesystem wurde zunächst branchenüblichen Prüfverfahren unterzogen und anschließend im Shell Starship 3.0 Hybrid unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen getestet. Nach Angaben der Projektpartner zeigen die bisherigen Ergebnisse außerdem eine um bis zu 98 Prozent höhere maximale Steigfähigkeit des Fahrzeugs.
Das erstmals 2025 vorgestellte Batteriepaket wurde seitdem weiterentwickelt und dient im Shell Starship 3.0 Hybrid als Technologieplattform zur Erprobung neuer Lösungen für schwere Nutzfahrzeuge. Die bisherigen Testergebnisse sind noch vorläufig; endgültige Leistungsdaten sollen nach Abschluss der Validierung veröffentlicht werden. FAW Trucks prüft derzeit einen möglichen Einsatz der Tauchkühlung in künftigen Hybrid-Nutzfahrzeugen, während Shell die Entwicklung entsprechender Kühlflüssigkeiten auf weitere Anwendungen im Nutzfahrzeugbereich ausweiten will.