Pressemitteilung

Nutzfahrzeugindustrie präsentiert mehr als 150 Weltpremieren und Neuheiten auf der IAA TRANSPORTATION 2026

Hannover / Berlin, 01. September 2026

Logistikbranche ist tragende Säule unserer Wirtschaft – Industrie ist in Vorleistung gegangen, Berlin und Brüssel in der Bringschuld – Rahmenbedingungen für Transformation halten nicht Schritt – Zulieferer weiterhin das Rückgrat der IAA TRANSPORTATION – Autonomes und automatisiertes Fahren als Schwerpunkt – mehr Test Drive Angebote als je zuvor

Die IAA TRANSPORTATION 2026 unterstreicht auch in diesem Jahr wieder ihre Bedeutung als internationale Leitveranstaltung für die Zukunft des Straßengüterverkehrs. Mit mehr als 70 Prozent ausländischen Ausstellern bleibt die Veranstaltung auf dem hohen internationalen Niveau der vergangenen Ausgabe. Rund ein Drittel aller Aussteller bei der IAA TRANSPORTATION 2026 nimmt in diesem Jahr erstmals teil. Insgesamt präsentieren die Aussteller mehr als 150 Weltpremieren und Neuheiten. Eröffnet wird die IAA TRANSPORTATION in diesem Jahr durch Bundesverkehrsminister Steffen Bilger. Darüber hinaus werden der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies und Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay neben der VDA-Präsidentin Hildegard Müller bei der Eröffnungsfeier sprechen. 

Unter dem Motto 'We Deliver' präsentieren die Aussteller digitale und klimaneutrale Mobilitätslösungen für die Zukunft des Straßengüterverkehrs. Im Mittelpunkt stehen innovative Antriebe, digitale Technologien und Lösungen für eine emissionsfreie und leistungsfähige Nutzfahrzeugindustrie. Bei der heutigen Pressekonferenz betonte VDA-Präsidentin Hildegard Müller die zentrale Bedeutung der Logistikbranche für Wirtschaft und Gesellschaft. 

„Die Logistikbranche liefert jeden Tag und hält Deutschland und Europa am Laufen. Sie bringt Lebensmittel in die Supermärkte, Bestellungen zu den Menschen und Bauteile in die Fabriken. Die Automobilindustrie schafft die Voraussetzungen, dass diese Logistik klimaneutral und digital weiterentwickelt werden kann“, sagte Müller. 

Die Bedeutung des Straßengüterverkehrs zeigt sich auch in den Zahlen: Rund 84 Prozent des Transportaufkommens in Deutschland entfielen 2024 auf den Straßengüterverkehr. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland mehr als 20 Milliarden Kilometer im Straßengüterverkehr zurückgelegt und rund 2,8 Milliarden Tonnen Güter transportiert. „Unsere Branche ist nicht irgendein Teil der Wirtschaft. Sie ist die tragende Säule unserer Wirtschaft. Rund 140.000 Menschen sind direkt in der Nutzfahrzeugindustrie beschäftigt – das entspricht etwa jedem fünften Arbeitsplatz der Automobilindustrie in Deutschland“, so Müller. 

Industrie hat geliefert, Politik in der Bringschuld
Müller betonte den Anspruch und das Commitment der Industrie zum Klimaschutz: „Knapp 30 Prozent der CO₂-Emissionen des Straßenverkehrs in Europa entfallen auf den Schwerlastverkehr. Entsprechend groß ist das Potenzial für die Reduzierung von Emissionen. Die deutschen Hersteller haben die notwendigen Technologien bereits entwickelt: Batterieelektrische Lkw mit Reichweiten von mehr als 500 Kilometern sind verfügbar. Wasserstoff-Lkw ermöglichen Reichweiten von rund 700 bis 800 Kilometern. Wir sind mit Engagement und hohen Investitionen in Vorleistung gegangen – wir haben die Fahrzeuge und Lösungen entwickelt, um klimaneutralen Verkehr zu ermöglichen. Jetzt sind Berlin und Brüssel in der Bringschuld: Es braucht die richtigen Rahmenbedingungen für Ladeinfrastruktur und Wasserstofftankschnellen, entsprechende Netzanschlüsse, bezahlbare Strompreise und eine verlässliche Stromversorgung. Das sind entscheidende Kriterien für den Kauf. Und es sind gleichzeitig die größten limitierenden Faktoren – sie liegen in der Verantwortung Berlins und Brüssels. Die Rahmenbedingungen – insbesondere die notwendigen Infrastruktur – sind weitestgehend nicht vorhanden, teils noch nicht einmal geplant." 

Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei den Rahmenbedingungen groß
Die kürzlich vom VDA veröffentlichten Zahlen zur Lade- und Wasserstofftankinfrastruktur in Europa (Klimafreundliche Nutzfahrzeuge | VDA) zeigen diese Herausforderung. Beim Ausbau der Lade- und Wasserstoffinfrastruktur besteht weiterhin erheblicher Nachholbedarf. Bis 2030 werden europaweit rund 35.000 öffentlich zugängliche MCS-Schnellladepunkte für schwere Nutzfahrzeuge benötigt, davon rund 4.000 in Deutschland. Insgesamt sind EU-weit sogar bis zu 50.000 Lkw-geeignete Ladepunkte erforderlich. Aktuell stehen EU-weit allerdings gerade einmal 730 Ladepunkte mit einer Mindestleistung von mehr als 350 kW exklusiv für schwere Nutzfahrzeuge zur Verfügung. An gemischt genutzten Standorten sind es knapp 2000 öffentliche Ladepunkte für schwere Nutzfahrzeuge. 

Auch bei der Wasserstoffinfrastruktur besteht erheblicher Nachholbedarf: Europaweit stehen derzeit lediglich rund 216 Wasserstofftankstellen für den Straßengüterverkehr zur Verfügung. Der VDA geht jedoch davon aus, dass im Jahr 2030 in Europa rund 2.000 Lkw-geeignete Wasserstofftankstellen mit einer Kapazität von circa 2 Tonnen Wasserstoff pro Tag benötigt werden. 

Drohende Strafzahlungen für viele Unternehmen Existenzfrage 
„Brüssel und Berlin sind in der Pflicht, die Rahmenbedingungen für den Ausbau der Infrastruktur entschlossen und ambitioniert voranzutreiben. Die CO₂-Flottenregulierung mit drohenden Strafzahlungen, die für viele Unternehmen eine Existenzfrage darstellen, muss an die Realität angepasst werden. Die erforderliche Infrastruktur ist nicht vorhanden, Netzanschlüsse fehlen, Genehmigungen dauern Jahre und gleichzeitig werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Speditionen zunehmend schwieriger. All das zeigt, dass die Politik ihren Teil der Aufgabe bislang nicht ausreichend erfüllt hat. Die Autoindustrie hat geliefert, aber die gesetzten Ziele sind unter den bestehenden Bedingungen nicht erreichbar“, so Müller. 

Grundsätzlich betonte Müller: „Die Transformation wird nur dann eine Erfolgsgeschichte, wenn sie Wohlstand, Wachstum und Beschäftigung zusammenbringt. Dafür muss die Politik in Brüssel und Berlin auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland und Europa endlich mit aller Kraft angehen. Ein starker Wirtschaftsstandort ist die beste Antwort auf den zunehmenden internationalen Wettbewerb.“

Hohe Internationalität verspricht Vielfalt 
Die bei der Pressekonferenz präsentierten Zahlen verdeutlichen: Die IAA TRANSPORTATION 2026 bleibt ihrem internationalen Anspruch treu. Mehr als 70 Prozent der Aussteller kommen aus dem Ausland. Gleichzeitig sorgt eine hohe Zahl an Neuzugängen für zusätzliche Dynamik: Rund ein Drittel der Aussteller nimmt 2026 erstmals an der IAA TRANSPORTATION teil. 

„Die hohe Internationalität und die große Zahl an Erstausstellern zeigen, wie attraktiv die IAA TRANSPORTATION als globale Plattform für die Nutzfahrzeug-, Logistik- und Transportbranche ist. Sie bringt etablierte Marktführer, innovative Unternehmen und neue Akteure zusammen und schafft damit Raum für Austausch, Kooperationen und neue Geschäftsideen“, sagte Jürgen Mindel, Geschäftsführer des VDA. 

Ein zentraler Bestandteil der IAA TRANSPORTATION 2026 sind dabei erneut Zulieferunternehmen und Aufbautenhersteller. Mit über 766 Ausstellern stellen die Zulieferer weiterhin das Rückgrat der Veranstaltung. Nahezu jeder zweite Aussteller kommt aus diesem Bereich. Die Aufbautenhersteller sind die zweitgrößte Ausstellergruppe auf der IAA TRANSPORTATION nach den Zulieferern mit 240 Ausstellern. 

„Die hohe Zahl der mittelständischen Betriebe unter den Ausstellern, die mehr als 150 Weltpremieren und Neuheiten, die Lösungen für unterschiedlichste Herausforderungen – das alles zeigt eindrucksvoll die Innovationskraft und Breite unserer Branche entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, so Mindel. Dabei beweise gerade auch die Zuliefererindustrie, wie sie entscheidend dazu beiträgt, dass Transport und Logistik effizienter, digitaler und nachhaltiger werden und die Transformation gelingt. 

Rekord bei den IAA Test Drives
Wie weit die Transformation bereits fortgeschritten ist, können Besucherinnen und Besucher nicht nur auf den Messeständen sehen, sondern auch selbst erfahren. Das Angebot der IAA Test Drives wurde 2026 nochmals deutlich ausgebaut. Auf dem Messegelände und im öffentlichen Straßenverkehr stehen 84 Fahrzeuge von 17 Ausstellern für Probefahrten bereit – 40 Prozent mehr als 2024. Sämtliche verfügbaren Slots wurden von Ausstellern umgehend gebucht. Besucherinnen und Besucher mit passendem Führerschein können Probefahrten direkt vor Ort am Abfahrtsterminal in Halle 14/15 buchen. 

„Fortschritt lässt sich nicht durch Datenblätter begreifen, man muss ihn erfahren. Genau deshalb haben wir gemeinsam mit unseren Ausstellern das Angebot bei den IAA Test Drives massiv ausgebaut“, so Mindel. „Die hohe Nachfrage der Aussteller zeigt, dass die IAA TRANSPORTATION der Ort ist, um Innovationen der Welt zu präsentieren und sie direkt erlebbar zu machen.“ 

Über 200 Rednerinnen und Redner diskutieren im Rahmen der IAA Conference die Zukunft
Die strategischen Fragen der Transformation stehen im Mittelpunkt des Bühnenprogramms der IAA TRANSPORTATION. Die IAA Conference bietet auf drei Bühnen – der Main Stage, der Industry Stage und der neuen prototype.club Stage – mehr als 100 Programmpunkte mit über 200 Rednerinnen und Rednern. Vertreter führender Unternehmen diskutieren unter anderem über Elektrifizierung, Software-Defined Vehicles und die wirtschaftliche Resilienz der Nutzfahrzeugindustrie. Bereits am Pressetag, dem 14. September, werden zudem die renommiertesten Branchenpreise verliehen. Dazu zählen der International Truck of the Year, der Van of the Year, der Trailer of the Year sowie der Truck Innovation Award. Die 112 von den Ausstellern für den Pressetag angemeldeten Pressekonferenzen unterstreichen eindrucksvoll, dass die Unternehmen die IAA TRANSPORTATION gezielt als internationale Plattform nutzen, um ihre Neuheiten und Innovationen einem weltweiten Fachpublikum vorzustellen. Die internationale Bedeutung der Veranstaltung zeigt sich auch an der hohen Zahl akkreditierter Medienvertreter: Rund 580 Journalistinnen und Journalisten aus aller Welt werden erwartet. 

Fahrer- und Familienwochenende setzt am Weltkindertag Zeichen der Wertschätzung
Am 19. und 20. September stehen auf der IAA TRANSPORTATION die Menschen hinter der Logistik im Mittelpunkt. VDA-Geschäftsführer Jürgen Mindel: „Mit dem Fahrer- und Familienwochenende möchten wir vor allem diejenigen würdigen, die mit ihrer täglichen Arbeit die Wirtschaft in Deutschland und Europa am Laufen halten. Das ist ein wichtiger, aber oftmals harter Job für die Fahrerinnen und Fahrer. Mit unserem Angebot am Fahrer- und Familienwochenende möchten wir deshalb den Fahrerinnen und Fahrern sowie auch allen Familien ein besonderes Erlebnis auf der IAA TRANSPORTATION bieten – passend zum Weltkindertag, der am 20. September stattfindet.“

Kontakt

Ansprechpartnerin im VDA

Felicia Fullbrecht

IAA-Pressesprecherin

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