IAA TRANSPORTATION Weekly | 45/2026

Iveco Group, Tata Motors, Last Mile Solutions, Spirit-E

News
Beitrag vom 4. November 2026

Tata Motors und Iveco Group schließen sich zu globalem Nutzfahrzeugkonzern zusammen, Last Mile Solutions erweitert Lade-App um neue Funktionen für Elektro-Lkw  und Forschungsprojekt SPIRIT-E: Elektro-Lkw speist Strom mit bis zu 350 kW ins Netz zurück - das sind unsere Top News in Woche 45 des Jahres 2026.

Tata Motors und Iveco Group schließen sich zu globalem Nutzfahrzeugkonzern zusammen, Last Mile Solutions erweitert Lade-App um neue Funktionen für Elektro-Lkw  und Forschungsprojekt SPIRIT-E: Elektro-Lkw speist Strom mit bis zu 350 kW ins Netz zurück - das sind unsere Top News in Woche 45 des Jahres 2026.

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Beitrag vom 4. November 2026
Drei Personen auf der Bühne einer Iveco Group Veranstaltung mit dem Motto „Bigger Than We Ever Imagined“.
(c) Iveco Group

Der indische Nutzfahrzeughersteller Tata Motors und die italienische Iveco Group haben ihren Zusammenschluss zu einem globalen Nutzfahrzeugunternehmen bekannt gegeben. Mit einem gemeinsamen Jahresumsatz von rund 21 Milliarden Euro, einem Absatzvolumen von etwa 590.000 Fahrzeugen und einer Präsenz in mehr als 130 Ländern entsteht nach Unternehmensangaben der weltweit viertgrößte Nutzfahrzeughersteller. Beide Unternehmen wollen ihre Entwicklungs- und Produktionskapazitäten bündeln, neue Märkte erschließen und die Entwicklung emissionsarmer Antriebstechnologien beschleunigen.

Der Zusammenschluss vereint mehr als 73.000 Beschäftigte auf sechs Kontinenten sowie 27 Produktionsstandorte, 25 Forschungs- und Entwicklungszentren und rund 9.300 Vertriebs- und Servicestandorte. Während Tata Motors insbesondere in Indien und weiteren Wachstumsmärkten Asiens, des Nahen Ostens und Nordafrikas vertreten ist, verfügt Iveco über etablierte Marktpositionen in Europa und Lateinamerika. Das gemeinsame Produktportfolio reicht von leichten Transportern über mittelschwere und schwere Lkw bis hin zu Stadt- und Überlandbussen. Ergänzt wird es durch die Antriebstechnologien von FPT. Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf der Weiterentwicklung batterieelektrischer, wasserstoffbasierter und erdgasbetriebener Nutzfahrzeuge sowie der gemeinsamen Entwicklung von Software und vernetzten Fahrzeugfunktionen.

Trotz des Zusammenschlusses sollen die bisherigen Marken, Unternehmensstrukturen und Produktionsstandorte erhalten bleiben. Die Iveco Group behält ihren Hauptsitz in Turin, während Tata Motors die bestehende Unternehmensstrategie und die geplanten Investitionen unterstützen will. Für Kunden, Händler und Zulieferer sind zunächst keine Änderungen vorgesehen. Bestehende Verträge, Garantieleistungen und Servicevereinbarungen sollen unverändert fortgeführt werden. Gleichzeitig wollen beide Unternehmen ihre Zusammenarbeit bei Entwicklung, Einkauf, Produktion und Vertrieb ausbauen. Konkrete gemeinsame Fahrzeugprojekte, Investitionssummen oder geplante Synergieeffekte wurden bislang nicht bekannt gegeben.


Kleines weißes Elektro-Lieferfahrzeug lädt an einer Ladestation vor einem modernen Gebäude.
(c) Adobe Stock

Der niederländische E-Mobility-Dienstleister Last Mile Solutions hat seine Lade-App um neue Funktionen für Elektro-Lkw erweitert. Fahrer können künftig bereits vor der Anfahrt erkennen, welche Ladestationen für schwere Nutzfahrzeuge geeignet sind. Zusätzlich bietet die Anwendung detailliertere Informationen zu den Ladekosten sowie neue Möglichkeiten zur Abrechnung von Ladevorgängen. Nach Unternehmensangaben ermöglicht die App den Zugang zu mehr als 800.000 Ladepunkten.

Mit dem Update können Betreiber ihre Ladestationen ausdrücklich als Lkw-tauglich kennzeichnen. Gleichzeitig erhalten Nutzer vor Beginn eines Ladevorgangs eine detaillierte Übersicht über die anfallenden Kosten. Dazu gehören der Energiepreis pro Kilowattstunde, mögliche Start- und Zeitgebühren sowie Standzeitkosten und Auslastungszuschläge. Auch Mehrwertsteuer und gegebenenfalls erforderliche Währungsumrechnungen werden berücksichtigt. Insbesondere für international tätige Logistikunternehmen soll dies die Kalkulation der Ladekosten vereinfachen.

Weitere Neuerungen betreffen die administrative Abwicklung der Ladevorgänge. Rechnungen und Erstattungsdokumente können künftig direkt über die App heruntergeladen werden. Zudem wurde die QR-Code-Erkennung erweitert, sodass Ladevorgänge an einer größeren Zahl von Ladestationen durch das Scannen eines QR-Codes gestartet werden können. Mit den neuen Funktionen will Last Mile Solutions die Nutzung öffentlicher Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw vereinfachen und Flottenbetreibern mehr Transparenz bei der Abrechnung bieten.

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Nahaufnahme eines Elektrofahrzeugs mit der Aufschrift „100% Electric“ auf der Front.
(c) MAN Truck & Bus

Das Forschungsprojekt SPIRIT-E hat nach dreijähriger Laufzeit die technische Machbarkeit des bidirektionalen Ladens schwerer Elektro-Lkw im realen Depotbetrieb nachgewiesen. Bei der Spedition Schmid in Regensburg konnte ein batterieelektrischer MAN eTGX über eine bidirektionale DC-Ladestation von Shell Business Recharge Solutions (SBRS) Strom mit einer Leistung von bis zu 350 kW zurückspeisen. Dabei wurden drei Vehicle-to-X-Anwendungen demonstriert: die Versorgung anderer Fahrzeuge, die Nutzung als Energiespeicher für das Betriebsgelände und die Einspeisung ins öffentliche Stromnetz.

Im Reallabor kam ein MAN eTGX mit 480 kWh nutzbarer Batteriekapazität zum Einsatz. Die Ladeinfrastruktur von SBRS ermöglicht sowohl das Laden als auch die gezielte Rückspeisung von Strom. Zum Einsatz kamen Vehicle-to-Vehicle (V2V), Vehicle-to-Site (V2S) und Vehicle-to-Grid (V2G). Die DC-Ladesysteme sind für Leistungen von bis zu 440 kW ausgelegt und können zusammengeschaltet nach Herstellerangaben bis zu 880 kW erreichen. Die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladeinfrastruktur erfolgt über den internationalen Standard ISO 15118-20.

Besonders interessant könnte die Technologie für Elektro-Lkw im regionalen Verteilerverkehr mit regelmäßigen Depotstandzeiten und einer jährlichen Fahrleistung von weniger als 100.000 Kilometern sein. Die Fahrzeuge könnten beispielsweise überschüssigen Solarstrom zwischenspeichern und bei Bedarf wieder bereitstellen. Herausforderungen bestehen weiterhin bei Netzanschlusskapazitäten, der Standardisierung und wirtschaftlichen Geschäftsmodellen. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt lief von August 2023 bis Oktober 2026 und wurde unter Leitung der Technischen Universität München gemeinsam mit Partnern wie MAN Truck & Bus, Fraunhofer IEE, TenneT und SBRS durchgeführt.

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