MAN, IGZ, Scania, Unicon, Liebherr, Jungheinrich

IAA TRANSPORTATION Weekly | 21/2026

MAN, IGZ, Scania, Unicon, Liebherr, Jungheinrich

News
Beitrag vom 20. Mai 2026

MAN erweitert Elektro-Lkw-Portfolio mit neuem eTGM, IGZ erhält German Innovation Award Gold 2026 für autonomen KI-Leitstand, Scania, Unicon und Liebherr-Mischtechnik bringen vollelektrischen Betontransport in den Alltagseinsatz und Jungheinrich startet Praxistest mit Natrium-Ionen-Batterien – das sind unsere Top News in Woche 21 des Jahres 2026. 

MAN erweitert Elektro-Lkw-Portfolio mit neuem eTGM, IGZ erhält German Innovation Award Gold 2026 für autonomen KI-Leitstand, Scania, Unicon und Liebherr-Mischtechnik bringen vollelektrischen Betontransport in den Alltagseinsatz und Jungheinrich startet Praxistest mit Natrium-Ionen-Batterien – das sind unsere Top News in Woche 21 des Jahres 2026. 

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Beitrag vom 20. Mai 2026
MAN Elektro-Lkw mit Aufschrift „100% Electric“ fährt auf einer Straße.
(c) MAN Truck & Bus

MAN Truck & Bus erweitert sein Elektro-Lkw-Portfolio um den neuen MAN eTGM. Der vollelektrische 16-Tonner positioniert sich zwischen dem leichten eTGL und den schweren eTGX- sowie eTGS-Baureihen und komplettiert damit erstmals das elektrische MAN-Angebot von 12 bis 50 Tonnen Gesamtgewicht. 

Der eTGM wurde speziell für den urbanen und regionalen Verteilerverkehr entwickelt und soll je nach Konfiguration Reichweiten von bis zu 480 Kilometern ermöglichen. Dafür setzt MAN auf ein modulares Batteriesystem mit bis zu vier Batteriepaketen und maximal 320 kWh nutzbarer Kapazität. Angetrieben wird der Lkw vom elektrischen MAN eCD210-Antrieb mit 210 kW (285 PS) und 800 Nm Drehmoment. 

Mit einer Nutzlast von bis zu 10,6 Tonnen und einem möglichen Zuggesamtgewicht von bis zu 33 Tonnen eignet sich der eTGM für unterschiedlichste Anwendungen – von Lebensmittel- und Supermarktlogistik über kommunale Einsätze bis hin zu Bau- und Entsorgungsverkehren. Betreiber profitieren zudem in vielen europäischen Ländern von reduzierten Mautkosten für elektrische Nutzfahrzeuge. 

Technisch basiert der eTGM auf dem modularen BEV-Baukasten der schweren MAN-Elektrobaureihen. Batteriesysteme, Hochvolt-Architektur und Thermomanagement wurden gezielt an das mittlere Segment angepasst. Optimierte Radstände, standardisierte Schnittstellen und eine mechanische Nebenabtriebswelle sollen zudem den Aufbau verschiedenster Anwendungen erleichtern. 


Vier Personen mit Trophäen und Urkunden beim German Innovation Award 26.
(c) IGZ

IGZ ist für sein „Smart Logistics Cockpit“ mit dem German Design Council verliehenen German Innovation Award 2026 in Gold ausgezeichnet worden. Die KI-basierte Leitstandlösung soll hochautomatisierte Logistikzentren weitgehend autonom steuern. 

Das System nutzt vortrainierte KI-Netzwerke, um Prozesse wie Auftragseinlastung, Ressourcenplanung oder die Zuweisung von Tor- und Bereitstellflächen eigenständig zu koordinieren. Ergänzend erfassen Kamera-, Vibrations- und Akustiksensoren kontinuierlich den Zustand der Lagerumgebung und passen die Abläufe dynamisch an veränderte Bedingungen an. 

Laut IGZ erreicht das Smart Logistics Cockpit derzeit einen Autonomiegrad von Level 3 und kann logistische Kernprozesse weitgehend selbstständig steuern. Mitarbeitende greifen nur noch bei Sonderfällen oder strategischen Entscheidungen ein. Die Interaktion mit dem System erfolgt über natürliche Sprache. 

Durch die Automatisierung sollen sich die personellen Aufwände im Leitstand um bis zu 70 Prozent reduzieren lassen. Gleichzeitig verspricht IGZ höhere Effizienz, mehr Transparenz und eine gesteigerte Prozessstabilität in automatisierten Lagerumgebungen. 


Elektrischer Unicon Fahrmischer mit Aufschrift „Emissionsfri Bil“ am Straßenrand.
(c) Scania

Scania, Unicon und Liebherr-Mischtechnik haben gemeinsam eine vollelektrische Lösung für den Betontransport entwickelt und erstmals im realen Baustellenbetrieb eingesetzt. Im Zentrum steht ein batterieelektrischer Scania-Lkw mit integriertem elektrischem Betonmischsystem von Liebherr. 

Die Partner sehen das Projekt als serienreife Lösung für den Alltagseinsatz im Baugewerbe. Möglich wird dies durch eine vollständig integrierte elektrische Nebenabtriebs-Technologie (ePTO), über die auch die Mischtrommel direkt aus der Fahrzeugbatterie betrieben wird. Dadurch arbeitet das gesamte Fahrzeug lokal emissionsfrei – inklusive Mischbetrieb auf der Baustelle. 

Der elektrische Betonmischer wurde laut Scania über drei Jahre hinweg speziell für reale Einsatzbedingungen entwickelt, darunter Offroad-Fahrten und kontinuierlicher Mischbetrieb während des Transports. Das Fahrzeug verfügt über eine Batteriekapazität von bis zu 400 kWh und erreicht rund 200 Kilometer Reichweite. Umfangreiche Routensimulationen und Energiemodelle sollen dabei die Alltagstauglichkeit optimieren. 

Scania und Unicon planen bereits den weiteren Ausbau der Elektroflotte. In den kommenden Jahren sollen zehn zusätzliche elektrische Betontransporter in Betrieb gehen. Langfristig will Unicon bis 2035 ausschließlich emissionsfreie Betontransporte anbieten. 

Nahaufnahme zylindrischer Batterien mit der Aufschrift „Na-ion“.
(c) Jungheinrich

Jungheinrich hat einen Praxistest mit Natrium-Ionen-Batterien in Flurförderzeugen gestartet. Die Technologie gilt als mögliche Alternative zu klassischen Lithium-Ionen-Batterien und soll durch höhere Rohstoffverfügbarkeit, geringere Kosten sowie eine bessere Umweltbilanz überzeugen. 

Im Rahmen des Projekts werden Fahrzeuge mit Natrium-Ionen-Batterien im realen Kundeneinsatz getestet. Ziel ist es, Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit der Technologie unter unterschiedlichen Einsatzbedingungen zu validieren und Erkenntnisse für die spätere Serienentwicklung zu gewinnen. Erste Prototypen wurden laut Jungheinrich bereits erfolgreich in Flurförderzeugen erprobt. 

Ein zentraler Vorteil der Technologie liegt in der weltweit hohen Verfügbarkeit von Natrium. Gleichzeitig verspricht Jungheinrich Nachhaltigkeitsvorteile durch ressourcenschonendere Produktionsprozesse und eine gute Recyclingfähigkeit. Auch die Herstellungskosten sollen durch günstigere Rohstoffe und Materialien sinken. 

Für die Weiterentwicklung arbeitet Jungheinrich mit internationalen Zellherstellern und Forschungspartnern zusammen. Die bisherigen Labor- und Feldtests liefern laut Unternehmen wichtige Erkenntnisse zu Lebensdauer, Leistungsfähigkeit und Sicherheit der Batterien. 

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