







IAA TRANSPORTATION Weekly | KW 03/2026
Volkswagen Nutzfahrzeuge, Bosch, Kodiak AI, Fiat, Amazon, AUMOVIO, Iveco, Plus
Bosch und Kodiak AI treiben Serienreife autonomer Lkw voran, Amazon und AUMOVIO beschleunigen autonome Nutzfahrzeuge mit KI und Cloud-Plattformen, Volkswagen Nutzfahrzeuge optimiert e-Transporter und e-Caravelle, Fiat Professional bringt den elektrischen Kleinsttransporter „Tris“ nach Europa, BYD bringt Megawatt-Laden 2026 nach Deutschland und Iveco und Plus testen autonome Lkw erstmals unter realen Bedingungen in Spanien - das sind unsere Top News in Woche 3 des Jahres 2026.
Bosch und Kodiak AI treiben Serienreife autonomer Lkw voran, Amazon und AUMOVIO beschleunigen autonome Nutzfahrzeuge mit KI und Cloud-Plattformen, Volkswagen Nutzfahrzeuge optimiert e-Transporter und e-Caravelle, Fiat Professional bringt den elektrischen Kleinsttransporter „Tris“ nach Europa, BYD bringt Megawatt-Laden 2026 nach Deutschland und Iveco und Plus testen autonome Lkw erstmals unter realen Bedingungen in Spanien - das sind unsere Top News in Woche 3 des Jahres 2026.
- 1. Bosch und Kodiak AI treiben Serienreife autonomer Lkw voran
- 2. Amazon und AUMOVIO beschleunigen autonome Nutzfahrzeuge mit KI und Cloud-Plattformen
- 3. Volkswagen Nutzfahrzeuge optimiert e-Transporter und e-Caravelle
- 4. Fiat Professional bringt das elektrische Lastendreirad „Tris“ nach Europa
- 5. BYD bringt Megawatt-Laden 2026 nach Deutschland
- 6. Praxistests: Autonome Iveco-Trucks mit PlusAI-Technologie in Spanien

Bosch hat gemeinsam mit dem US-Autonomie-Spezialisten Kodiak AI eine strategische Partnerschaft zur Skalierung autonomer Trucks angekündigt, die insbesondere auf die Kommerzialisierung selbstfahrender Schwerlastfahrzeuge abzielt. Auf der CES 2026 in Las Vegas wurde deutlich, dass Bosch seine Rolle in der autonomen Mobilität weiter ausbaut und dabei konkret mit Kodiak an einer serienreifen autonomen Plattform arbeitet, die Hardware, Firmware und Softwareintegrationen vereint.
Im Rahmen der Zusammenarbeit wird Bosch automotive-taugliche Komponenten liefern, darunter hochwertige Sensorik, Fahrzeugaktuatoren und Lenktechnologien, die in das autonome Fahrplattform-System von Kodiak, den sogenannten Kodiak Driver, integriert werden sollen. Ziel ist es, eine redundante und industrietaugliche autonome Plattform zu schaffen, die sowohl in der Fabrikproduktion neuer Lkw als auch bei der Nachrüstung bestehender Fahrzeuge eingesetzt werden kann. Durch diese Modularität soll die Technologie auf verschiedene Lkw-Modelle und -Hersteller skalierbar werden.
Kodiak AI will wiederum umfassende KI-Software-Expertise in die Partnerschaft einbringen. Das Unternehmen hat bereits treiberlose Lastwagen im realen Einsatz, etwa im Gütertransport, unterwegs und nutzt diese Flotte als Testfeld für die Weiterentwicklung seiner autonomen Systeme. Die Kooperation mit Bosch soll nun die Transition von vereinzelten Einsätzen zur Serienfertigung beschleunigen, indem physische Hardware und Fahrzeugsteuerungssysteme in industrieller Qualität verfügbar gemacht werden. Das Unternehmen plant, bis Ende 2026 etwa 100 fahrerlose Lkw auszuliefern und anschließend die Sicherheitsfahrer schrittweise zu entfernen.

Amazon nutzt seine Cloud- und KI-Kapazitäten, um den Fortschritt autonomer Nutzfahrzeuge voranzutreiben: Auf der CES 2026 haben Amazon Web Services (AWS) und der deutsche Technologieanbieter AUMOVIO SE eine vertiefte Zusammenarbeit bekanntgegeben, die Entwicklung, Test und spätere kommerzielle Nutzung Level-4-autonomer Fahrzeuge beschleunigen soll. AWS wurde als bevorzugter Cloud-Provider für AUMOVIO ernannt, um mit seinen fortschrittlichen generativen und agentenbasierten KI-Tools riesige Datenmengen für Entwicklung und Validierung autonomer Systeme effizienter zu verarbeiten. Dies soll insbesondere bei der Identifikation seltener Edge-Case-Szenarien – etwa plötzlich auftauchender Hindernisse oder komplexer Verkehrssituationen – helfen, die für die Sicherheitsabnahme autonomer Systeme entscheidend sind.
AUMOVIO will gleichzeitig unter anderem Hardware-Plattformen, Sensorik und integrierte Softwaresysteme für autonome Fahrfunktionen liefern. Mit AWS-Unterstützung sollen diese Komponenten schneller getestet und für den Einsatz vorbereitet werden, da Cloud-KI die Datenanalyse und Validierung drastisch beschleunigt.
Ein herausragendes Projekt dieser Partnerschaft ist die Zusammenarbeit mit Aurora Innovation, einem amerikanischen Anbieter autonomer Lastwagen. Gemeinsam wollen AUMOVIO und AWS die nächste Generation autonomer Lkw-Systeme entwickeln und ab 2027 auf den Markt bringen, beginnend mit Aurora-Fahrzeugen im schweren Güterverkehr. Aurora will dabei AUMOVIO-Hardware und AWS-KI-Workflows in seinen Aurora Driver integrieren, für dessen Sicherheit mehr als 4,5 Millionen Tests zur Validierung absolviert wurden.

Volkswagen Nutzfahrzeuge hat seine elektrischen Transporter e-Transporter und e-Caravelle technisch überarbeitet, um Alltagstauglichkeit, Reichweite und Fahrdynamik weiter zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen eine größere nutzbare Batteriekapazität und ein optionales Allradsystem. So ist die nutzbare Kapazität der Traktionsbatterie von 64 auf rund 70 kWh gestiegen, was im OT-Betrieb eine Reichweite von bis zu etwa 380 Kilometern ermöglichen soll und damit 13% mehr als zuvor. Gleichzeitig sollen Fahrer von kürzeren Ladezeiten profitieren. So soll sich der der Akku an einer DC-Ladesäule künftig von 10 % auf 80 % in rund 30 Minuten laden lassen.
Ein wichtiger Fortschritt soll zudem der optional erhältliche, neue elektrische Allradantriebs (4Motion) sein. Das intelligente 4Motion-Allradsystem kombiniert den bekannten Heckmotor mit einem zusätzlichen Elektromotor an der Vorderachse, die nicht mechanisch miteinander gekoppelt sind. Durch die elektronische Ansteuerung kann das Drehmoment nach Bedarf blitzschnell zwischen Hinter- und Vorderachse verteilt werden. Das Ergebnis soll mehr Traktion auf rutschigem oder losem Untergrund, eine verbesserte Fahrstabilität und ein souveräneres Handling sein, insbesondere bei schweren Lasten oder in schwierigem Gelände. Die Allrad-Option wird in drei Leistungsstufen angeboten: 100 kW (136 PS), 160 kW (218 PS) und 210 kW (286 PS).

Fiat Professional hat auf dem Brüsseler Autosalon mit dem Fiat Tris einen dreirädrigen Elektro-Lastendreirad vorgestellt, der speziell für urbane Zustell- und Logistikanwendungen entwickelt worden sein soll. Etwickelt vom Stellantis Design Centre in Italien, wurde er vor wenigen Monaten in Marokko eingeführt. In diesem Jahr folgen einige der europäischen Märkte, beginnend in Italien.Der Tris nutzt elektrisches Dreiradkonzept mit einer Ladefläche von rund 2,25 m² und einer Nutzlast von bis zu 540 kg.
Angetrieben wird der Tris von einem 48-Volt-Elektromotor mit 9 kW (ca. 12 PS) und einem maximalen Drehmoment von 45 Nm, was ihm eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h verleihen soll. Die Lithium-Batterie mit etwa 6,9 kWh Kapazität soll zudem eine homologierte Reichweite von etwa 90 Kilometern ermöglichen.
Die Architektur des Tris erlaubt dabei verschiedene Aufbauvarianten wie Fahrgestellkabine, Pritsche oder Pick-up und bietet über das CustomFit-Programm zahlreiche Anpassungsoptionen für unterschiedliche Branchenanforderungen. Durch den integrierten 220-V-Ladeanschluss lässt sich der Akku zudem über eine Haushaltssteckdose laden.

Der chinesische Hersteller BYD hat offiziell angekündigt, das sogenannte Megawatt-Ladesystem (Mega-Flash-Charging) noch im Jahr 2026 in Deutschland einzuführen. Ziel ist es, ein Netz von 300 Megawatt-Ladepunkten bis Ende des Jahres aufzubauen, vor allem an Standorten von BYD-Händlern. Mit dem System sollen Elektroautos Ladeleistungen von bis zu 1.000 Kilowatt (1 MW) erreichen können. Dadurch will BYD ermöglichen, in nur rund fünf Minuten Energie für bis zu 400 Kilometer Reichweite nachzuladen.
Das Megawatt-Laden wurde bereits zuvor in China präsentiert und auf der IAA MOBILITY in München demonstriert. BYD nutzt für die Technologie besonders robuste Lithium-Eisenphosphat-(LFP-)Batterien mit geringem Innenwiderstand, was schnelle Ladeprozesse begünstigen soll, ohne die Akkulebensdauer zu stark zu beeinträchtigen.

Im Bereich des autonomen Fahrens gehen der Nutzfahrzeughersteller Iveco und der KI-Technologiespezialist PlusAI einen weiteren Schritt: Gemeinsam sollen zwei Iveco S-Way-Sattelzugmaschinen mit einem autonomem Fahrsystem auf SAE-Level 4 ausgerüstet und Praxistests in Spanien gefahren werden. Diese Tests sind Teil einer Kooperation, die bereits verschiedene Erprobungen autonomer Lkw-Technologien umfasst und nun auf öffentliche Strecken ausgeweitet wird.
Die Testfahrten sind für 2026 geplant und sollen auf einer rund 300 Kilometer langen Strecke zwischen Madrid und Zaragoza stattfinden. Die Fahrzeuge verkehren im regulären Güterverkehr für das spanische Logistikunternehmen Sesé, wobei stets ein Sicherheitsfahrer an Bord bleibt, der im Notfall eingreifen kann. Ziel ist es, die Technologie über mehrere Jahre hinweg weiterzuentwickeln und praktische Erfahrungen unter realen Bedingungen zu sammeln.