







Virtuelle Logistikspuren: Forschung für effizientere urbane Gütertransporte
Ein neues gemeinsames Forschungsprojekt von TH Köln, der RWTH Aachen und dem Münchner Automatisierungsspezialisten Ecoro beschäftigt sich mit einem innovativen Ansatz, die städtische Logistik effizienter und stadtverträglicher zu machen: virtuelle Logistikspuren für automatisierte Lieferfahrzeuge. Unter dem Projektnamen „ViDeLL“ (Virtual Dedicated Logistics Lanes) entwickeln die Wissenschaftler ein Konzept, bei dem bestimmte Straßenabschnitte zeitweise ausschließlich von automatisierten Logistikrobotern und Fahrzeugen genutzt werden können – ohne klassische bauliche Trennung durch echte Fahrspuren.
Ein neues gemeinsames Forschungsprojekt von TH Köln, der RWTH Aachen und dem Münchner Automatisierungsspezialisten Ecoro beschäftigt sich mit einem innovativen Ansatz, die städtische Logistik effizienter und stadtverträglicher zu machen: virtuelle Logistikspuren für automatisierte Lieferfahrzeuge. Unter dem Projektnamen „ViDeLL“ (Virtual Dedicated Logistics Lanes) entwickeln die Wissenschaftler ein Konzept, bei dem bestimmte Straßenabschnitte zeitweise ausschließlich von automatisierten Logistikrobotern und Fahrzeugen genutzt werden können – ohne klassische bauliche Trennung durch echte Fahrspuren.

Die Idee dahinter: Durch flexible, digitale „Markierungen“ auf der Fahrbahn und ein vernetztes Steuerungssystem soll der Verkehrsraum dynamisch an wechselnde Anforderungen angepasst werden – ähnlich flexibler Fahrstreifen, aber ohne Beton oder bauliche Trennung. Dies könnte überlastete Innenstädte entlasten und die Nutzung automatisierter Transportmittel in dichten Verkehrsnetzen erleichtern, ohne physische Infrastruktur massiv umzubauen. Projektpartner sehen darin einen wirtschaftlich attraktiven Weg, den vorhandenen Straßenraum effizienter zu nutzen, weil intelligente Licht- oder Sensorlösungen weniger Baustellen und geringere Kosten mit sich bringen als permanente neue Spuren.
Das Projekt adressiert sowohl städtische Endverbraucher- und Handelslogistik als auch Industrielogistik zwischen urbanen Produktionsstandorten, die durch zunehmenden Güterverkehr stärker belastet wird. Im Zentrum stehen nicht nur intelligente Fahrbahnmarkierungen, sondern auch Algorithmen, die anhand Echtzeit-Verkehrsdaten bestimmen, wann und wo eine virtuelle Logistikspur aktiviert wird. Sensorik vor Ort soll die virtuelle Spur absichern und die Interaktion zwischen automatisierten Logistikfahrzeugen und konventionellen Verkehrsteilnehmern sicherer machen. Begleitend werden Sicherheits-, Zulassungs- und regulatorische Fragestellungen geprüft, damit solche Systeme später in reale Verkehrsräume integriert werden können.
Ein besonderes Element des Konsortiums ist das Start-up Ecoro, das autonome elektrische Shuttles für den Gütertransport entwickelt. Diese Fahrzeuge könnten künftig genau auf solchen virtuellen Spuren operieren und damit z. B. Lieferketten in Innenstädten oder zwischen Produktionsstandorten effizienter gestalten.
Ein weiteres PEM-Projekt, das bereits erfolgreich abgeschlossen wurde, trägt den Titel „BEV Goes eHighway – BEE“ und befasste sich mit der Nachrüstung elektrischer Langstrecken-Lkw zur Nutzung von Oberleitungen während der Fahrt. In Kooperation mit dem Institut für Kraftfahrzeuge (ika) der RWTH Aachen wurden zwei batteriebetriebene Lkw-Prototypen mit einem Pantograph-System ausgestattet, das den Strom direkt von Oberleitungen bezieht. Diese Feldversuche mit den Fahrzeugen „Maja“ und „Willi“ wurden gemäß den geltenden Zulassungsvorschriften im öffentlichen Verkehr erprobt und dabei über 10 000 Kilometer gefahren, um die Zuverlässigkeit und Effizienz dieser Lösung im Alltag zu prüfen. Das Konzept zielt darauf ab, den Bedarf großer stationärer Batteriekapazitäten zu reduzieren und gleichzeitig die Nutzung von Lade-Infrastruktur effizienter zu gestalten.