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IAA Voices: Interview mit Jarlath Sweeney

Chairman, International Van of the Year (IVOTY) & International Pick-up Award Juries (IPUA). Bildquelle: Jarlath Sweeney

Chairman, International Van of the Year (IVOTY) & International Pick-up Award Juries (IPUA). Bildquelle: Jarlath Sweeney

Herr Sweeney, Sie sind nicht nur Vorsitzender der Jury, die jährlich den "International Van of the Year" kürt, sondern auch Chefredakteur der Fachzeitschrift "Fleet Transport". Woher kommt Ihre besondere Leidenschaft für Transporter?

Ja, mein Interesse wurde schon in jungen Jahren geweckt, als unser Familienunternehmen Lastwagen und Transporter betrieb, und es setzte sich fort, als ich eine Karriere als Nutzfahrzeugjournalist begann. Wir geben seit zwanzig Jahren das Magazin Fleet Van & Utility heraus und betreiben in unserem Unternehmen auch einen Transporter und zwei Pick-ups. Im Jahr 2009 hat die Jury des International Van of the Year den International Pick-up-Award ins Leben gerufen, der alle zwei Jahre verliehen wird.

Ohne der Preisverleihung auf der IAA TRANSPORTATION in Hannover im September zu viel vorwegzunehmen: Welche spannenden Trends beherrschen die Van-Branche in diesem Jahr?

Dieses Jahrzehnt erweist sich im Transportersektor als sehr aufregend und interessant, denn neue Antriebstechnologien beherrschen die Nachrichten und die Forschung und Entwicklung gehen immer weiter. Neben den elektrischen Antrieben ist auch die Entwicklung von Wasserstoff als Reichweitenverlängerer in Verbindung mit batterieelektrischem Antrieb oder durch unabhängige Brennstoffzellensysteme in vollem Gange. Außerdem werden Telematiksysteme für Lieferwagen entwickelt, die zusammen mit Geo-Fencing-Programmen den wachsenden Hauslieferdiensten zugute kommen werden.

Gab es in den letzten Monaten Innovationen, die Sie als Fachmann überrascht haben? Wenn ja, welche waren das?

Die Wasserstofftechnologie, die im Transportersegment Einzug hält, ist in der Tat sehr interessant. Wir haben bisher einige Präsentationen der Transportermarken besucht und erste Fahrten erlebt, die beeindruckend waren. Wasserstoff ist eine saubere, grüne Antriebslösung für die Zukunft, Verkauf und Betrieb rücken immer näher. Die erforderliche Infrastruktur muss jedoch parallel dazu installiert werden.

Bitte geben Sie uns einen Einblick in den Entscheidungsprozess der IVOTY-Jury. Welche Kriterien spielen bei Ihrer Auswahl eine Rolle und wann ist eine Innovation aus Sicht der Jury eine relevante Innovation?

Das Hauptkriterium für die Nominierung und die Wahl eines Vans zum “International Van of The Year” ist sein Beitrag zu hohen Effizienz-, Sicherheits- und Umweltstandards sowie zur Nachhaltigkeit des Leichttransports auf der Straße.

Was die Innovation anbelangt, so wird jeder technologische Durchbruch gewürdigt, aber jede Innovation muss zu mehr Sicherheit, Effizienz und/oder mehr Fahrerkomfort führen. Und schließlich müssen sie zu gegebener Zeit für alle Marken und Modelle verfügbar sein.

Sie sind bereits seit über zwanzig Jahren Mitglied der IVOTY-Jury, seit knapp zehn Jahren als deren Vorsitzender, und haben in dieser Zeit schon viele Preisträger gesehen. Welcher Gewinner hat Sie bisher am meisten beeindruckt?

Der größte Meilenstein war für mich die Wahl des Renault Kangoo Z.E. zum IVOTY 2012, der erste vollelektrische Transporter, der in der 30-jährigen Geschichte der Jury diese prestigeträchtige Auszeichnung erhielt. Es dauerte bis zum Jahr 2021, ehe wieder ein vollelektrischer Transporter den Titel gewann. Damals teilten ihn sich die Kleintransporter der PSA-Gruppe. Ein weiterer herausragender Preisträger war der Ford Transit Hybrids, der im Jahr 2020 ausgezeichnet wurde. Wir waren am Entwicklungsprozess beteiligt, der sehr interessant war. Durch die Mitgliedschaft in der von Experten geleiteten journalistischen Jury verfügen wir über viel Erfahrung und Wissen, das den Lesern auf höchst professionelle Weise objektiv vermittelt wird.