zf eworx auflieger

    Schnittstelle: ZF präsentiert eWorX

    Die E-Mobilität ist beim Lkw angekommen. Damit auch die Ansteuerung vonseiten der Fahrzeug- und Aufbauhersteller eingespielt ist, braucht es nach der Überzeugung des Technologiekonzerns ZF wie in der Welt der konventionellen Antriebe eine Standard-Schnittstelle. Ein Verbindungsstück, das vom Fahrzeug und vom Aufbau her einfach integriert werden kann, die nötige Energie liefert und damit möglichst effizient haushaltet. Stichwort: knappe Batteriekapazität. ZF will mit dem eWorX-System genau da ansetzen und nebenbei noch völlig neue Möglichkeiten schaffen.

    Die E-Mobilität ist beim Lkw angekommen. Damit auch die Ansteuerung vonseiten der Fahrzeug- und Aufbauhersteller eingespielt ist, braucht es nach der Überzeugung des Technologiekonzerns ZF wie in der Welt der konventionellen Antriebe eine Standard-Schnittstelle. Ein Verbindungsstück, das vom Fahrzeug und vom Aufbau her einfach integriert werden kann, die nötige Energie liefert und damit möglichst effizient haushaltet. Stichwort: knappe Batteriekapazität. ZF will mit dem eWorX-System genau da ansetzen und nebenbei noch völlig neue Möglichkeiten schaffen.

    Schweinfurt, auf dem Gelände des Bauunternehmens Riedel Bau mit einem über 200 Fahrzeuge zählenden Fuhrpark. Eine MAN-Sattelzugmaschine mit ZF-Beklebung fährt vor, im Schlepptau den autark agierenden Versuchs-Kippauflieger. Kein reiner E-Sattelzug, weil ein solcher zum Start des Projekts laut Versuchsingenieur André Ehrsam schlicht nicht verfügbar war. Für die Entwicklung des Systems macht das aber keinen Unterschied. Das Herzstück ist so oder so der eCube, der mit dem CAN-Bus des Fahrzeugs verbunden ist und Leistungselektronik, ein ZF-Steuergerät mit entsprechenden Sicherheitsstandards sowie ein auf die jeweilige Anwendung zugeschnittenes Softwarepaket umfasst.

    Der eCube kann alle relevanten Daten aus dem Fahrzeug abgreifen, gerade in Bezug auf das Batterie- und Energiemanagementsystem – und außerdem potenzielle Sensordaten aus dem Aufbau nutzen. Gleichzeitig muss der Aufbauer eben nicht auch noch über Know-how in Bezug auf den CAN-Bus verfügen, er kann sich weiterhin auf die Fertigung seines Aufbaus konzentrieren.

    Später in der Serie soll der eCube die Verbindung zwischen der Fahrzeugbatterie und der ZF Filterbox (400 V / 50 Hz) beispielsweise für den Betrieb von Kühlmaschinen oder dem modular aufgebauten elektrischen Nebenabtrieb ePTO mit 20 bis 120 kW herstellen. Zunächst hat ZF mangels E-Zugmaschine allerdings noch eine eigene 17-kWh-Batterie unter dem Auflieger angebracht. Der ePTO des Prototyps ist mit einem 4-kW-Kühlsystem ausgestattet, dazu kommen ein 40 kW leistender Elektromotor und eine Hydraulikpumpe. In Kombination dann stellen all diese Komponenten einen elektrifizierten Nebenabtrieb dar. Aber ZF will mehr als nur den Nebenabtrieb elektrifizieren.

    Keine Geräuschemissionen

    Weitere Vorteile gesellen sich zum Ausbleiben lokaler CO2-Emissionen – beispielsweise das Ausbleiben von Geräuschemissionen. Nur unter einem leichten Surren nämlich lässt sich die mit Schotter beladene Mulde anheben und absenken. Und das je nach Wahl auch noch ungeahnt langsam und gefühlvoll für die Momente, in denen der Schotter zu rutschen beginnt – oder schnell und unmittelbar für die ersten Meter, die sonst nur unnötig Zeit kosten. Für Riedel-Bau-­Geschäftsführer Stephan Kranig wichtige Punkte. Er hat in seinem Unternehmen bereits Erfahrungen mit einem elektrisch betriebenen Betonmischer sammeln können und ist überzeugt davon, dass der Trend hin zur grünen Baustelle anhält. „Auch die Lärmemissionen sind für uns von großer Bedeutung. Mit entsprechend leisem Gerät sind frühere Anlieferungen möglich, dazu steigt die Akzeptanz bei den Anwohnern“, so Kranig.

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    Das System eWorX von ZF soll bis Ende 2022 serienfähig sein. Foto: Julian Hoffmann

    Steuerung per App

    Insbesondere die Möglichkeit, den Kippauflieger mit der passenden App für Smartphone oder Tablet zu steuern, stößt auf großes Interesse. „Wir haben ohnehin schon flächendeckend entsprechende Geräte im Einsatz. Im besten Fall positioniert sich der Fahrer so direkt neben dem Kippauflieger, mit einem Finger auf dem Touchscreen“, erklärt Riedel-Bau-Prokurist Martin Schlereth. Das lässt ein feineres Abschütten zu, was dann Aufwand, Zeit und Kosten bei der weiteren Verteilung des Materials auf der Baustelle spart. Zudem sei damit maximale Sicherheit gegeben – auch dank der selbsterklärenden Bedienung.

    So lässt sich beispielsweise einsehen, mit welcher Neigung der Auflieger auf dem Gelände steht, und ein Abkippen in unsicherer Position oder bei gelöster Bremse ganz einfach elektronisch sperren. Für externes Arbeitsgerät hat ZF zudem vor den Aufliegerachsen 230- und 400-V-Dosen untergebracht, die sich ebenfalls per App freischalten lassen. Schlereth: „Damit könnten wir dann auch Kompressoren oder Hochdruckreiniger anschließen, das wird in der Praxis sicher Anwendung finden.“

    ZF will das eWorX-System am Ende in einem passenden Hilfsrahmen an die Aufbauer ausliefern. Serienfähig sollen die ersten eWorX-Lösungen nach Tests Ende 2022 sein. Bis Ende 2023 will ZF das gesamte Portfolio ausrollen.