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    Premiere für einen 7,5-Tonner mit E-Achse

    Der erste E-Lkw der neuen deutschen Marke BAX ist eine Gemeinschaftsproduktion der Projektpartner Paul Nutzfahrzeuge und BPW.

    Der erste E-Lkw der neuen deutschen Marke BAX ist eine Gemeinschaftsproduktion der Projektpartner Paul Nutzfahrzeuge und BPW.

    Vorhang auf für den ersten BAX-E-Lkw: Auf der Jahreshauptversammlung des Bundesverbands E-Mobilität (BEM) im oberbergischen Wiehl präsentierten die Projektpartner Paul Nutzfahrzeuge aus Vilshofen an der Donau und BPW Bergische Achsen ihr erstes gemeinsames Baby. Der BAX basiert auf der Isuzu-NSerie und ist mit Rückfahrkamera, Abbiegeassistent inklusive Fußgänger- und Radfahrererkennung, Spurhalte- und Notbremssystem zu haben. Außerdem gibt es eine Klimaanlage und Sitzheizung sowie ein Infotainment, das sich mit dem Smartphone koppeln lässt. Moderne Zeiten auch in Sachen Telematik: Hier vertraut der BAX auf die BPW-Marke Idem Telematics und meldet so online, wo er gerade mit welchem Gewicht und welchem Akkustand unterwegs ist. Außerdem sind Infos zu Lenkung, Ruhezeiten und eine Fahrstilanalyse verfügbar.

    Isuzu liefert die Chassis samt Kabine gleich ohne Diesel. Der zeitintensive Ausbau von Verbrenner und Getriebe ist damit vom Tisch, lediglich die konventionelle Hinterachse muss in Vilshofen demontiert werden. Und dann starten die 7,5-Tonner auch schon in ihr elektrisches Leben: Der Antrieb wird aus Wiehl angeliefert, die Batteriepakete kommen von BMW. Die Komponententräger wiederum fertigt Paul Nutzfahrzeuge, wohlgemerkt in Abwesenheit der Fahrzeuge.

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    Ein 7,5-Tonner unter Strom. Der neue BAX rollt an den Start. Foto: BAX / BPW Bergische Achsen

    Im nächsten Jahr sollen bereits 200 BAX produziert werden

    Denn anders als im Sonderfahrzeugbau wird für die BAX eine Bandfertigung simuliert, in der die einzelnen Einheiten von Station zu Station wandern. Auf diese Weise sollen 2022 bereits 200 BAX produziert werden können, 32 Fahrzeuge waren zur Premiere schon vorbestellt. Die ersten Auslieferungen stehen für Februar im Plan. In den folgenden Jahren planen die Partner dann mit bis zu 1.000 Einheiten jährlich.

    Der 7,5-Tonner ist mit zwei Radständen – 3.465 und 4.475 Millimeter – zu haben. Außerdem sind zwei Batteriepakete verfügbar für eine Reichweite von 130 bzw. 200 Kilometern. Ab Werk ist der BAX sowohl ohne Aufbau als auch mit einem Koffer samt Palfinger-Ladebrücke erhältlich, mit dem die Nutzlast immer noch bei rund drei Tonnen liegen soll. Aber auch andere Aufbauten seien ohne Einschränkungen realisierbar. Der BAX soll damit auch als Kühl-, Kipper- oder Müllfahrzeug, Kranwagen oder Abschlepper taugen. Dafür haben BPW und Paul Nutzfahrzeuge neben Spediteuren eben auch Aufbauspezialisten in die Entwicklung einbezogen. Und dafür bietet das unter dem Dach von BPW beheimatete Vertriebsteam auf Kundenwunsch sämtliche Varianten als One-Stop-Shopping-Lösung aus einer Hand an.

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    Für Sicherheit sorgt der BAX auch mit umfassenden Assistenzsysteme, darunter Spurhalteassistent, Notbrems- und Abbiegeassistent und eine Rückfahrkamera. Foto: BAX/BPW Bergische Achsen

    Ein BAX mit üppiger Nutzlast

    Die Ursache für die üppige Nutzlast ist damit nicht in leichten Spezialaufbauten zu finden, sondern im Antriebskonzept. Die Elektroachse eTransport fällt leichter aus als ein E-Zentralantrieb mit Getriebe und Kardanwelle, steht im Leistungskapitel aber wahrlich nicht hinten an. Ihre zwei Motoren leiten ihre Kraft über Planetengetriebe an die Räder, wobei die Drehbewegung der Motoren auch der Achsdrehbewegung entspricht. Auf zweimal 50 kW, umgerechnet also 136 PS, beziffert BPW die Leistung. Zweimal 3.290 Nm stehen dazu an den Rädern an, damit sind, voll ausgeladen, Steigungen bis zu 20 Prozent drin.

    Und wie schaut es mit der Ladegeschwindigkeit aus? Im Falle des großen Batteriepakets soll das Energielevel dank einer 100-kW-DC-Ladung in 72 Minuten wieder von 20 auf 80 Prozent gebracht werden können, bei der kleineren 84-kWh-Variante gar in rund 45 Minuten. Dies lässt auch das etwas grobschlächtige Cockpit-Ambiente verschmerzen, zumal der niedrige Einstieg in die Kabine und die gute Übersicht dem Fahrpersonal wiederum zugutekommen. Die vielleicht wichtigste Botschaft aber betrifft den Kaufpreis: 155.000 Euro soll der BAX kosten – dank der derzeitigen Subventionen durch den Bund reduziert sich dieser jedoch auf 75.000 Euro